Mietenreport 26: Mehr Wohnraum statt immer neuer Regeln

Der neue Mietenreport 2026 des Deutschen Mieterbundes zeigt: Die Wohnkosten belasten viele Haushalte zunehmend. 58 Prozent der befragten Mieter berichten von gestiegenen Wohnkosten, 29 Prozent sorgen sich, ihre Miete künftig nicht mehr bezahlen zu können. Gleichzeitig fehlen nach Berechnungen des Mieterbundes rund 1,4 Millionen Wohnungen.

Damit ist das Kernproblem klar: Es gibt zu wenig Wohnraum. Aus Vermietersicht sollte deshalb vor allem darüber gesprochen werden, wie wieder mehr Wohnungen entstehen können. Denn eine Wohnung, die nicht gebaut wird, kann auch nicht vermietet werden.

„Die Sorgen vieler Mieter sind real. Aber wir werden den Wohnungsmangel nicht lösen, indem wir Vermieter immer stärker regulieren. Wir brauchen mehr Wohnungen – und dafür müssen Bauen, Sanieren und Vermieten wieder attraktiver und planbarer werden“, sagt Adam Ciemniak, Geschäftsführer der HWG Wolfsburg.

Dabei gibt es zumindest einen kleinen Lichtblick: Im ersten Halbjahr 2026 wurden bundesweit 126.300 Wohnungen genehmigt – 15,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Bei Wohnungen in Mehrfamilienhäusern lag der Anstieg sogar bei 16,9 Prozent. Allerdings kommt dieser Zuwachs von einem sehr niedrigen Niveau.

Gleichzeitig steigen die Baukosten weiter. Im zweiten Quartal 2026 lagen die Preise für den Neubau von Wohngebäuden 5 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Mieterschutz und soziale Unterstützung sind wichtig. Dauerhaft bezahlbarer Wohnraum entsteht aber vor allem dann, wenn ausreichend Wohnungen vorhanden sind. Dafür braucht es schnellere Genehmigungen, weniger Bürokratie, verlässliche Förderbedingungen und Rahmenbedingungen, die private Investitionen nicht unattraktiv machen“, so Ciemniak abschließend.

Denn Vermieter sind nicht das Problem des Wohnungsmarktes – sie sind ein Teil der Lösung.