Wenn aus einem bekannten Märchen ein Plakat für eine ganze Stadt und die Region werden soll, braucht es vor allem eines: Fantasie. Und davon gab es in diesem Jahr reichlich. Mehr als 1.800 Bilder von Kindern aus Wolfsburg und weit darüber hinaus wurden für den traditionellen Plakat-Malwettbewerb des Scharoun Theaters eingereicht.
Mittendrin: unser Geschäftsführer Adam Ciemniak. Seit vielen Jahren gehört er traditionell zur Jury des Wettbewerbs und steht damit regelmäßig vor einer besonderen Herausforderung: Aus einer riesigen Zahl fantasievoller, ganz unterschiedlicher Kinderbilder müssen diejenigen Motive ausgewählt werden, die am Ende besonders gut als Plakat für das Weihnachtsmärchen funktionieren.
„Es ist jedes Jahr aufs Neue beeindruckend, wie unterschiedlich die Kinder ein und dieselbe Geschichte interpretieren“, sagt Adam Ciemniak. „Da entstehen Bilder, auf die man als Erwachsener manchmal gar nicht gekommen wäre. Und genau das macht den Wettbewerb so besonders.“
Ein Wettbewerb mit langer Tradition
Der Plakat-Malwettbewerb gehört seit vielen Jahren zum festen Bestandteil des Weihnachtsmärchens im Scharoun Theater. Bereits vor Jahren wurden regelmäßig rund 1.000 bis 2.000 Bilder eingereicht. 2019 berichtete die WAZ beispielsweise von knapp 2.000 Einsendungen zum „Zauberer von Oz“. Auch beim Weihnachtsmärchen „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ kamen mehr als 1.000 Bilder zusammen. Beim „Urmel aus dem Eis“ wurden zuletzt rund 1.200 Kinderbilder im Foyer des Theaters präsentiert. Der Rekord fiel bei „Pippi Langstrumpf“ mit über 2.500 eingereichten Kunstwerken.
Das Besondere: Es geht nicht ausschließlich darum, das eine Siegerbild zu finden. Das Theater möchte die Kreativität der Kinder sichtbar machen. Deshalb werden sämtliche eingereichten Bilder während der Märchenzeit im Foyer des Scharoun Theaters ausgestellt. Die Kinder lieben es, Ihre Bilder beim Theaterbesuch zu suchen und Ihren Verwandten und Freunden stolz zu präsentieren. Die Gewinnerinnen und Gewinner dürfen sich darüber hinaus über Freikarten und weitere besondere Erlebnisse rund um die Produktion freuen.
In diesem Jahr geht es nach Bremen
Das Weihnachtsmärchen 2026 trägt einen echten Klassiker im Titel: „Die Bremer Stadtmusikanten“. Die Geschichte der Gebrüder Grimm erzählt von einem Esel, einem Hund, einer Katze und einem Hahn, die von ihren Menschen aussortiert werden und sich gemeinsam auf den Weg nach Bremen machen. Ihr Ziel: ein neues Leben und eine Karriere als Stadtmusikanten.
Auf ihrer Reise durch den Wald treffen die vier Tiere allerdings nicht nur auf allerlei Gefahren, sondern auch auf Räuber. Was zunächst nach einer ziemlich aussichtslosen Situation aussieht, entwickelt sich zu einer Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt, Mut und Einfallsreichtum. Denn gemeinsam sind die vier deutlich stärker als allein.
Das Scharoun Theater bringt den Klassiker in einer neuen Fassung von Britta Kristina Schreiber auf die Bühne. Inszeniert wird das Stück von Axel Krauße, Bühne und Kostüme stammen von Christina Wachendorff. Für die Musik zeichnen Jakub Wlosczyk und Cudi Salcan verantwortlich. Das Stück ist für Kinder ab vier Jahren geeignet und dauert rund 90 Minuten.
Dabei bleibt die Inszenierung nicht einfach bei der bekannten Geschichte stehen. Das Theater beschreibt die vier Tiere augenzwinkernd als eine Art „Rentnerband“, die ihren eigenen Weg sucht und schließlich feststellt, dass man gemeinsam vieles schaffen kann. Eine Botschaft, die gerade für ein Weihnachtsmärchen wunderbar funktioniert: Jeder bringt seine eigenen Stärken und Schwächen mit – und zusammen kann daraus etwas Großes entstehen.
Premiere am 14. November
Wer wissen möchte, wie aus den vielen gemalten Ideen schließlich echtes Theater wird, kann die „Bremer Stadtmusikanten“ ab November im Scharoun Theater erleben. Die Premiere findet am Samstag, 14. November 2026, um 15 Uhr im Großen Saal des Scharoun Theaters Wolfsburg statt. Weitere öffentliche Vorstellungen folgen bis Ende Dezember, darunter zahlreiche Nachmittags- und Abendtermine.
Foto von Adam Ciemniak